Lovink/Riemens: »Zwölf Thesen zu Wikileaks«

Bei den »Zwölf Thesen zu Wikileaks« von Geert Lovink und Patrice Riemens handelt es sich um ein lesenswertes und hinreichend lose gekoppeltes Ideenmosaik, das zum Weiterdenken einlädt. Die im Rahmen ihres kurzen Essays aufgestellten Thesen scheinen auf den ersten (und auch zweiten) Blick theoretisch anschlussfähig zu sein. Diese als Blogartikel getarnte Lektürenotiz versammelt mögliche Varianten.

Computergesellschaft

Wir müssen in Voranschreiten der Analyse dezidiert Medien des Unterrichts und das symbolisch generalisierte Kommunikationsmedium des Erziehungssystems unterscheiden, viel genauer als dies bislang der Fall war. Systemtheoretisch bewanderten Lesern mag dieser Hinweis redundant erscheinen, er ist dennoch von größter Bedeutung; dieser Unterschied (der einen Unterschied macht!) muss mit notwendiger Trennschärfe betont werden.(1) Denn zu den [...]

Medien im Erziehungssystem, erster Akt

Die nun folgenden Beiträge verdichten die Frage nach den Medien des Erziehungssystems. Zunächst mit Blick auf Ausführungen Jochen Kades, anschließend unter Berufung auf Dirk Baecker. Dabei wird die Frage möglichst allgemein gehalten, wir sprechen also noch nicht von symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien des Erziehungssystems. Bezeichntete Niklas Luhmann in älteren Schriften noch das Kind als Medium der [...]

Grassroots in die Schule!

Durch die “top down”-Governance des Staates besteht scheinbar kein Bedürfnis an einem symbolisch generalisierten Kommunikationsmedium für das Erziehungssystem: Ein Programm ermöglicht die Entscheidung anhand des Binärcodes besser/schlechter und kann damit das bislang Unbestimmte bestimmen. Wir sprechen vom Lehrplan. Und einem hohen Steuerungsbedürfnis. Ich halte das für problematisch, denn die Fokussierung eines “bottom up”-Modells (wie das [...]